Herbst-Tagundnachtgleiche

Herbst-Tagundnachtgleiche

Heute ist die Herbst-Tagundnachtgleiche. Das bedeutet, dass heute Tag und Nacht gleich lang sind. Ab morgen werden dann die Tage wieder kürzer und dafür die Nächte wieder länger. Somit beginnt nun die dunkle Jahreshälfte. Für das nächste halbe Jahr, bis zur Frühlings-Tagundnachtgleiche werden nun die Nächte länger sein als die Tage.

Da passt es auch sehr gut, dass heute Herbstanfang ist. Der Sommer ist nun allgemein vorbei.

Die Zeit von jetzt an bis in die ersten Oktobertage hinein kenne ich unter dem Namen Altweibersommer. Dieser Begriff verspricht noch ein paar milde Tage mit angenehmen Temperaturen, sowie ein harmonisches Ausklingen des Sommers.
Und doch sieht man bereits schon hier und dort die ersten bunten Blätter an den Bäumen und auch die ersten braunen Blätter unten auf dem Erdboden. Die Natur verschleiert nichts und sagt es ganz deutlich, es wird Herbst.
Auch immer mehr Blumen und Wildkräuter sind bereits verblüht. Die Früchte hängen reif an den Bäumen und wollen nun gepflückt werden. Ganz eindeutig Erntezeit. Auch die Schrebergartensaison neigt sich dem Ende zu.

Im Jahreskreis ist der heutige Tag ein Erntefest und zugleich ein Tag der Dankbarkeit. Er trägt den Namen Mabon oder auch Alban Elfed. Wir kennen das Erntedankfest, welches beide Begriffe zusammenfasst. Beim Herbstfest im Jahreskreis steht im Mittelpunkt die Fülle der Gaben der Natur und die Ernte im Überfluß. Auch wenn dieser Zeitpunkt den Sommer verabschiedet, so ist es ein Freudenfest. Zugleich ist es ein sehr bewusstes Fest, das Dankbarkeit für dieses Fülle ausdrückt und sich in Verbindung mit der Natur versteht.

Diesen Gedanken finde ich sehr schön. Denn dadurch, dass wir alles zu jederzeit im Supermarkt kaufen können, haben wir uns vom Rhythmus der Natur entfremdet. Eine bewusste Dankbarkeit für die Ernte bringt uns sozusagen wieder in Verbindung mit unserer Umwelt. Und wir nehmen nicht alles als zu selbstverständlich.
Mir ist es wichtig, mich mit der Natur verbunden zu fühlen und mich mit den Jahreszeiten im Einklang zu fühlen.

Die Herbst-Tagundnachtgleiche stimmt mich dennoch etwas traurig, da die dunkle Jahreszeit näher rückt. Ich vermisse das Licht sehr in dieser Zeit. Dennoch mag ich den Herbst, die bunten Blätter, den morgentlichen Tau, die klare Luft, die aufkommenden Nebel und den Wind, der den Kopf frei macht.
Ich mag auch die Ruhe und den Rückzug, der auf den sommerlichen Trubel folgt. Ich mag Kerzen und ein gemütliches Zuhause. Und lange Spaziergänge.
Mich betrübt dennoch der Abschied vom Sommer, von der Wärme, dem Licht und der Leichtigkeit, dem Draussensein. Dabei ist mir der Sommer viel zu heiss.

4 Gedanken zu „Herbst-Tagundnachtgleiche

  1. Moin, du Liebe,

    du hast so schöne Worte für diese jetzt kommende Zeit gefunden. Jedes einzelne davon kann ich unterschreiben. Ich liebe den Herbst, liebe die bunten Farben, die warmen Stürme, die Gemütlichkeit in der Wohnung … für mich ist der Herbst die Jahreszeit der Besinnung und Erinnerung. Mein Ranking der Jahreszeiten:
    1. Frühling
    2. Herbst
    3. Sommer (aber nur, wenn er nicht zu schwül und heiß ist)
    4. Winter
    Wobei Platz 3 und 4 auch mal wechseln können. 1 und 2 allerdings auch ;-)

    Ich wünsche uns einen schönen Herbst, ganz genau so, wie wir ihn uns erträumen.

    Alles Liebe von
    Maksi

  2. @Maksi:
    Ich danke Dir für Deine lieben Worte!
    Besinnung. Die Beschreibung passt gut.
    Denn es ist für mich nun auch wieder die Zeit des Rückzugs. Eine Zeit, wo mich das Aussen weniger ablenkt, wo ich mich mehr mit mir selbst beschäftige. Wo ich mich mit mir selbst auseinander setze.
    Und es ist eine gemütliche Zeit.
    Dein Ranking ist sehr interessant! Anders wohl als bei den meisten Leuten. Mir gefällt Dein Ranking. So ähnlich sieht es bei mir auch aus.
    Ich wünsche Dir einen farbenfrohen und gemütlichen Herbst! :cat:
    Alles Liebe!

  3. Halli Hallo,
    das hast Du sehr schön in Worte gefasst, da gebe ich Maksi voll und ganz Recht.
    Ähnlich geht es mir auch, ein wenig wehmütig wird mir bei all den sich verabschiedenen Dingen des Sommers und dennoch begrüße ich immer freudig den Herbst, denn diese ganz besondere Lichtstimmung, das Goldene ist einfach zu schön um lange wehmütig zu sein!
    Mir gefällt das Gedicht von Tucholsky so sehr:
    Eines Morgens riechst Du den Herbst. Es ist noch nicht kalt, es ist nicht windig, es hat sich eigentlich gar nichts geändert und doch alles.
    Liebe Grüße
    Kirsi

  4. Huhu Kirsi!
    Welch schöne Worte vom Herrn Tucholsky!
    „…und doch alles!“ – Wie wahr!
    Ich hoffe, das Wetter meint es gut mit uns und wir bekommen einen goldenen Herbst. :O
    Oh ja, die Farben sind so schön! Die Farben des Lichtes und der Blätter an den Bäumen.
    Überhaupt mag ich diese ganze Atmosphäre.
    Heute Abend habe ich wieder andächtig zum Himmel hinaufgeschaut und den Mond hinter den Wolken bewundert. War toll mit dem Nebel davor.
    Genieße den Herbst!
    Alles Liebe!

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