Zusammengewachsen

Zusammengewachsen

Zusammengewachsen,
ganz unbemerkt.
Wie war es geschehn?
Ab jetzt unzertrennbar
und doch
muss ich gehn.
Ich muss.
Oh weh.

Zusammengewachsen.
Ein großer Schmerz.
Ich halte mich fest,
klammere mich mit aller Kraft gegen den Sog,
vergebens.

Blind schlage ich um mich,
schwenke im Wahn mein Schwert.
Diese Ketten,
sie zerschellen nicht,
sie wachsen an mir fest.
Und noch einmal mehr
zusammengewachsen.
Ein Fluch dies wird.

Zusammengewachsen.
Ich schreie schräg und schrill
und doch kommt kein Ton über meine Lippen.
Ich will nicht gehn.
Ich meißel meine Füsse in Zement,
ich bleibe, was auch kommt.

Die Realität erschlägt die Traumwelt mit einem Wimpernschlag.
Ein Bruchteil einer Sekunde
und ich breche mit ihr
zusammen.

Zusammengewachsen.
Zusammengebrochen.
Der Strom ist unaufhaltsam.
Er zerrt an mir und meinen Ketten
und nimmt sie einfach mit.
Die Realität interessiert sich nicht für Gefühle.

© 2020 by Abraxandria

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