Rezension: Die revolutionäre Kraft des Fühlens, von Maria Sanchez

Rezension: Die revolutionäre Kraft des Fühlens, von Maria Sanchez

sanchez

Maria Sanchez
Die revolutionäre Kraft des Fühlens

Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Gebundene Ausgabe
Erschienen: Januar 2019
Seiten: 208
ISBN: 978-3833866449
Preis: 19,99 Euro

Meine Meinung:

Das Buch von Maria Sanchez läuft unter dem Genre Lebenshilfe. Die Autorin möchte uns einen neuen Blick auf unser Inneres ermöglichen.

Hierzu unterteilt sie drei Kapitel: Die Urwunde, Das biografische Schutzprogramm, Die emtionale (R)Evolution.
Das erste Kapitel beschreibt die Entstehung eines frühkindlichen inneren Konfliktes in uns. Das zweite Kapitel widmet sich den Auswirkungen dieses Konfliktes in unserem Alltag. Das dritte Kapitel zeigt die Notwendigkeit einer aufmerksamen Zuwendung in Hinsicht auf diesen Konflikt und deutet auf Selbstheilungswege hin.

Maria Sanchez spricht von zwei Hauptanteilen in uns, dem geliebten und dem ungeliebten Kind. Sie vertritt den Ansatz, dass wir in der frühen Kindheit schmerzlich erfahren mussten, dass nicht alle Persönlichkeitsanteile von uns Anerkennung im Außen fanden. Dadurch, so meint sie, ergäbe sich für uns eine strikte Trennung im Inneren: die anerkannten Persönlichkeitsanteile würden im Sinne eines geliebten Kindes als Identität angenommen werden, die abgelehnten Anteile in uns aber würden wir als ungeliebtes Kind verdrängen und abspalten.
Dadurch würde ein emotionales Schutzprogramm entstehen, welches diesen inneren Konflikt als Rivalität zwischen den beiden Kindern aufrecht hält. Ein Programm, das ständig bemüht sei, das ungeliebte Kind zu verdrängen. Symptome, unter denen wir allgemein leiden, bezeichnet die Autorin als Äußerung des ungeliebten Kindes, das um Gehör bittet.
Die Autorin empfiehlt nun einen neuen Umgang mit uns selbst, indem wir lernen beide Kinder wahrzunehmen und ihnen wertfrei zu begegnen. Jedes Kind habe seine Berechtigung zu sein. Wenn wir wieder beide inneren Kinder zugleich sind, dann können wir wieder ganz und authentisch sein.

Maria Sanchez, die selbst betroffen war mit Symptomen wie Ängste, Depression und Essstörung, hat diesen Ansatz und ein Programm entworfen, um sich selbst zu heilen. Dieses Programm ist leider nicht im Buch mit enthalten. Es gibt nur wage Informationen darüber. Die Autorin schreibt selber im hinteren Teil des Buches dazu, dass sie kein Übungsbuch herausbringen möchte.
Was dann also ist dieses Buch unter dem Genre Lebenshilfe? Für mich liest es sich wie ein Vortrag, der für einen neuen Ansatz wirbt.

Maria Sanchez schreibt über viele Fallbeispiele und über ihr eigenes Leben. Das Buch ist gut strukturiert mit Übungen und klaren Zusammenfassungen. Die Autorin erklärt ausführlich ihre These der beiden inneren Kinder und des inneren Konfliktes, auch wo wir ansetzen könnten, um den Konflikt zu beenden. Doch dann wird der Leser allein gelassen. Er bekommt noch bedeutende Wörter wie „emotionale Selbstbegleitung“ und „gesunde Selbstermächtigung“ mit auf dem Weg. Heilen soll er sich selbst und den Weg dorthin alleine finden. Dies sei kein Buch zum Erlernen einer Selbsttherapie, so die Autorin.

Dieses Buch vertritt also eine These. Es ist kein Übungsbuch, was ich sehr bedauere. Unter dem Titel hatte ich nämlich etwas anderes erwartet.
Ich fühle mich allein gelassen. Die These selbst kann mich nicht überzeugen. Was habe ich nun vom Lesen dieses Buches? Gut, ich habe einen neuen psychologischen Ansatz kennengelernt und darf entscheiden, ob ich ihn für mich übernehmen möchte und weiter an ihm im Alleingang arbeiten möchte. Dies klingt für mich unbefriedigend. Aber jeder muss für sich selbst wissen, was er mit dem Wissen aus diesem Buch anfangen möchte. Ich hätte mir einen  begleitenden Lösungsweg erhofft. Mir wäre da ein praktischer Ratgeber lieber gewesen, etwas, was dieses Buch nicht ist. Es entspricht eher einem Forschungsbericht.

3 von 5 Sterne

2 Gedanken zu „Rezension: Die revolutionäre Kraft des Fühlens, von Maria Sanchez

  1. Danke für’s Vorstellen *grins* Aber das ist für mich „schwere Kost“ und so gar nicht das, was ich lese. Da bleibe ich doch lieber bei meinem Horror und den Psycho-Thrillern *lach*

    LG
    Malina!

  2. @Malina:
    Jedem das seine, lach!
    Ich lese gerne Sachbücher aus dem Bereich Psychologie, Pädagogik, Lebenshilfe… Ich erfahre gerne mehr über unser Wesen und bin immer wissbegierig neues zu lernen. Ich liebe es zu anaylysieren und zu reflektieren.
    Dafür liegen mir Horrorbücher und Psychothriller überhaupt nicht. :D
    Aber Fantasy lese ich gerne, wenn ich mal abschalten will.
    Dennoch ist es schon so, dass ich mehr Sachbücher als Romane lese.

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