Selbstmitgefühl

Selbstmitgefühl

k.neff

Selbstmitgefühl – Was soll das sein?

Unter dem Begriff Mitgefühl kann man sich noch etwas vorstellen, nämlich irgendwie Anteilnahme am anderen. Aber wie soll das mit mir selber funktionieren?

Der Begriff stammt aus dem Buddhismus und wird gerade von der Psychologie neu belebt. Wo man früher von Selbstwertgefühl und Selbstliebe sprach, so ist es jetzt Selbstmitgefühl.
Und was ist das nun genau? Es beinhaltet nichts neues eigentlich. Der Kernpunkt ist, sich selbst so gut zu behandeln wie einen guten Freund, nämlich freundlich, verständnisvoll, mitfühlend, liebevoll, fürsorglich, tröstend. Vor allen dann, wenn es uns nicht gut geht, wenn wir zu Selbstkritik neigen.

Das ist doch eine schöne Sache!
Ich mag die buddhistische Philosophie und finde Selbstfürsorge ist ein spannendes Thema.
Also habe ich gleich mal nach Literatur gesucht und bin dabei auf diesen Klassiker von Kristin Neff, einer Amerikanerin, gestoßen:
„Selbstmitgefühl – Wie wir uns mit unseren Schwächen versöhnen und uns selbst der beste Freund werden.“

Das Buch ist sehr wissenschaftlich geschrieben. Für meinen Geschmack enthält es zu viele Forschungsstudien und Fallbeispiele und zu wenig Übungen. Ich denke da gibt es bestimmt noch Werke, die praktischer geschrieben sind.
Kristin Neff verbindet Selbstmitgefühl mit Achtsamkeit und dem Gefühl der Verbundenheit. Dies bedeutet, zunächst in Schritt eins zu lernen mit Distanz zu beobachten, was wir fühlen und denken, und aufzuhören uns damit zu identifizieren (inneres Gewahrsein). Das heißt wir nehmen es wahr, glauben es aber nicht und lassen dann die Gefühle und Gedanken weiterziehen.
Schritt zwei beinhaltet das Selbstmitgefühl. Wir lernen einen liebevollen Umgang mit uns selbst zu führen, indem wir verständnisvoll, wohlwollend und tröstend zu uns sind. Wir akzeptieren uns so wie wir im Augenblick sind, beruhigen uns selbst und bauen uns selbst wieder auf.
Schritt drei bezieht sich auf die Verbundenheit zu anderen Menschen. Es geht darum, sich zu vergegenwärtigen, dass es allen anderen um uns herum auch mal so geht wie uns gerade. Leiden gehört zum Leben dazu. Das ist normal, das ist menschlich.

Besonders gefallen an diesem Buch hat mir aus den Übungen der Abschnitt, wo man sein eigenes Mantra des Selbstmitgefühls schreiben kann.

Meines Erachtens beschreibt das Buch einen guten Ansatz. Ich bin neugierig geworden, es selbst einmal für mich auszuprobieren und Selbstmitgefühl und überhaupt Mitgefühl bewußt in meinen Alltag zu integrieren. Es gib da auch diese tolle Metta Meditation…
Es ist ein schönes Gefühl, wenn man die Absicht hegt, sich selbst etwas Gutes zu tun. Schließlich sind wir unser Leben lang mit uns zusammen und sollten uns doch mit uns selbst auch wohlfühlen.
Und ist es nicht auch ein schöner Gedanke, dass wir uns das, was wir uns so sehnlichst von anderen wünschen, wie Liebe, Wohlwollen, Geborgenheit, Akzeptanz… auch selber schenken können?!

 

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