Diagnose Diabetes

Es traf mich wie ein Schlag, die Diagnose Diabetes 2. Ich war schockiert und bin es immer noch.
Wieso ich? Ich bin doch noch jung! Und was bedeutet das nun für mich?

Es trift leider nicht zu, was man so hört über Diabetes Typ 2. Es ist kein reiner Altersdiabetes und man bekommt ihn auch nicht nur ausschließlich vom Zucker essen. Die wichtigsten Faktoren sind falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht. Aber auch Stress, Schlafmangel und Schlafapnoe.

Die gute Nachricht ist, man kann Diabetes 2 selbst in den Griff bekommen, ohne das lästige Insulin spritzen und auch ohne Tabletten. Je nachdem wie hoch der Blutzuckerspiegel und das Insulin im Blut ist, reicht eine gesunde Ernährung (Vollwertkost) mit viel Bewegung. Bei wem beide Werte sehr hoch sind, der kann durch die kombinierte Therapie von Ernährung und Bewegung sogar erst weniger spritzen, dann vom Spritzen auf Tabletten umsteigen und zuletzt auch die Tabletten weglassen. Wichtig ist es, unbedingt genau auf die Ernährung zu achten und mit sich selber streng zu sein. Das Übergewicht muss weg. Angestrebt werden zunächst das Normalgewicht, dann das Idealgewicht.

Mit dieser neuen Ernährung kann man seine Blutzuckerwerte und seine Insulinwerte gut senken und auch den HbA1c Wert in den Normbereich rücken. Wichtig ist zu wissen, dass es sich hier um keine Diät handelt, die man mal macht, um sein Gewicht zu reduzieren. Es ist eine Ernährungsumstellung fürs Leben! Auch wenn ein Diabetiker Normalgewicht errreicht hat, seine Werte dem eines Nichtdiabetikers entsprechen, muß er sich an diese Ernährungsweise halten! Fällt er in alte Essgewohnheiten zurück, so steigen seine Werte sofort. In diesem Sinne ist Diabetes 2 nicht heilbar, aber man kann durch Ernährung und Bewegung seine Werte selbst regulieren. Man hat also seine Krankheit selbst in der Hand. Das ist eine riesige Chance!

Das gemeine an Diabetes sind die Folgeerkrankungen. Vom Diabetes selbst merkt man als Betroffener erst einmal nicht viel, außer ständigen Durst und häufiges Wasserlassen. Hat man dann aber diese Diagnose, so steht man unter Druck. Denn keiner möchte Krankheiten wie geschwächtes Immunsystem, Übersauerung des Blutes, Grauer Star, Grüner Star, Erblinden, diabetisches Koma, Fuß- oder Beinamputationen, Herzinfarkt, Schlaganfall. Also hat man die Wahl, alles ignorieren und einfach Tabletten oder Spritzen wählen, oder sein Leben zu ändern. Ich wähle dann mal die Lebensumstellung. Also, ran an die Ernährung!

Die Ernährung ist nicht leicht. Ich dachte fälschlicherweise es wurde reichen, wenn ich den Zucker von meiner Nahrungsmittelliste streiche. Keine Süssigkeiten und keine Süssungsmittel mehr. Aber das reicht bei weitem nicht!
Schlechte Blutzuckerwerte kommen nicht nur von direktem Zucker, sondern überhaupt von Kohlenhydraten.
Wer hätte gedacht, dass meine Ernährung mit viel Basmatireis, Reiswaffeln, Kartoffeln, Weizenvollkornbrot, gekochten Karotten, ungesüßte Obst- und Karottensäfte, Melonen, Kakis und Mangos, Trockenobst, … schlecht ist?
Jetzt heißt es umlernen, neu orientieren, viel informieren. Am besten man liest mehrere Bücher zu dem Thema, vor allem mehrere Ernährungsbücher. Denn es gibt viele Ernährungstipps, die sich auch gerne wiedersprechen.

Die neue Ernährung ist hart, sehr streng. Ich halte an mich vor allem dabei an drei Bücher, die ich miteinander abwäge. Auf einen Termin bei der Ernährungsberatung warte ich immer noch, seit Monaten. Auf die kann ich mich nicht verlassen. Ich muss selber handeln, damit es mir besser geht. Zudem liest man häufig in den Fachbüchern, dass die Ernährungsberatung eh nichts bringt. Veraltet, ungenau, verallgemeinernd, nicht personenorientiert.

Wie sieht denn nun diese neue gesunde Ernährung genauer aus?
– Es macht Sinn auf den Glyx Wert zu achten.
Das ist der Wert, der anzeigt, wie schnell ein Nahrungsmittel ins Blut geht. Also Anschaffung einer Glyx Tabelle fürs erste.
– Zucker komplett streichen! (Dürfte wohl klar sein.)
– Fettarm ernähren!
Auf gesunde Fette achten, Cholesterin meiden. Nur fettarme Milchprodukte.
Lieber pflanzliche als tierische Fette.
Gut sind Olivenöl, Wallnussöl, Leinöl, Rapsöl, sowie Samen und Nüsse, besonders Wallnüsse.
Keine Transfette (teils ungehärtete Fette).
– 3 feste Mahlzeiten am Tag, keine Zwischenmahlzeiten!
4 bis 5 Stunden Pausen zwischen den Mahlzeiten, damit sich die Bauchspeicheldrüse erholen kann.
– Menge der Kohlenhydrate berechnen
(Morgens und Mittags 75g, Abends keine Kohlenhydrate)
– Eiweißmenge berechnen
(Zwischen 50 und 70 g am Tag, je nach Körpergröße)
– Gute Kohlenhydrate aus Vollkorn
Nicht so gut sind Weizenvollkornmehl, Vollkornreis, Hirse. Besser Dinkel, Roggen, Gerste. Super sind Haferflocken!
– Vorsicht bei Stärke!
Nur 2 Pellkartoffeln pro Mahlzeit. Keine anderen Kartoffelprodukte! Maisstärke meiden!
– 2 handvoll Obst am Tag
Nur in kleinen Mengen: Banane, Ananas, Kaki, Melone, Kirschen, Weintrauben, Mango, Birne.
Am besten sind Beeren, Apfel, Mandarine, Orange, Pflaumen, Kiwi.
Abends kein Obst mehr.
– 3 handvoll Gemüse am Tag
Nur in kleinen Mengen: gekochten Möhren, Pastinaken, Kürbis, Süßkartoffeln, Mais.
– kein Alkohol, solange kein Normalgewicht erreicht ist!
(Dann erlaubt, aber fragwürdig.)
– Auf genügend Ballaststoffe achten

Als erstes habe ich nun meine Küche aufgeräumt und alles, was ich nie mehr essen darf, weggetan. Sehr schweren Herzens. Jetzt stehen da nur noch Sachen herum, die ich darf und, oh Wunder, das ist ganz schön viel! Probleme machen mir die Portionsgrößen. Ich habe ständig Hunger! Und 5 Stunden zwischen den Mahlzeiten durchhalten, schaffe ich auch nicht. Also fallen meine Pausen kürzer aus. Die Mahlzeiten sind lecker und nicht schwierig. Ich freue mich, mich endlich gesund zu ernähren! Ohne Diabetes 2 hätte ich das so wohl nicht geschafft.

Von Abraxandria am 30. November 2017 um 19:50 Uhr in C'est moi

7 Kommentare

  1. Aniday

    Aniday schrieb am 1. Dezember 2017 um 18:37

    Du Arme, solche Diagnosen sind immer ein Schlag ins Gesicht! Ich wünsche dir viel Kraft und drücke dir die Daumen für deine Ernährungsumstellung.
    So etwas ist nie leicht. Ich habe meine Ernährung vor Jahren ebenfalls schon einmal recht strikt umstellen müssen und bin gerade mitten in einer erneuten Umstellung, mit der ich ziemlich kämpfe – mir fällt es sehr schwer konsequent zu sein, da ich so gerne koche und esse und es hasse, mich einschränken zu müssen.

    Alles „schlechte“ wegzuwerfen ist ein guter erster Schritt und Bücher finde ich immer eine große Hilfe, solange man sich wie du nicht darauf verlässt, dass man in einem die einzige, komplette und umfassende Richtung findet.

    Bleib stark und lass dich nicht unterkriegen, du bekommst das in den Griff!

  2. Abraxandria

    Abraxandria schrieb am 1. Dezember 2017 um 19:25

    Danke, Du Liebe! :hearts: Danke fürs Mut machen!
    Ich wünsche auch Dir alles Gute für Deine Ernährungsumstellung! Und gutes Durchhaltevermögen!
    Wir schaffen das beide! :cheerleader:
    Im Moment geht es bei mir ganz okay. Ich muss ja. „grins“
    Gemein sind die Verführungen durch die Mitmenschen, seufz. Und die Supermärkte…
    Ich kämpfe vor allem mit Unverständnis, warum ich das so ernst nehme und so streng sehe. Andere Diabetiker könnten alles essen. :heul: Dann antworte ich, ja und die spritzen auch oder nehmen Medikamente. Stark bleiben. 8)
    Bleib auch Du stark! :flower:
    Lieben Gruß!

  3. Claudy

    Claudy schrieb am 1. Dezember 2017 um 23:56

    oh nein, du arme :( lass dich mal drücken! so eine diagnose ist schlimm. auch wenn viele menschen mit der krankheit ganz gut leben, für mich wäre es die hölle. auf so vieles, was ich liebe, verzichten müssen … man muss sich so einschränken. gut, dass es noch den weg gibt, ohne medikamente, aber ich würde es wohl nur schwer durchhalten. 5 stunden nichts essen – würde ich niemals schaffen! ich kann dich gut verstehen. aber immer noch besser als spitzen oder tabletten …

    hoffentlich kriegst du bald gute werte und kannst lernen, mit der ernährungsumstellung umzugehen. ich habe auch immer angst, dass ich diabetes bekomme, hab ja auch übergewicht, und in der familie gibt es ein paar diabetiker. eine tante hat es z.b. auch, die ist aber ganz dünn (und war es auch immer).

    bewegung ist gut, und das macht ja noch einigermassen spass, da reicht glaub ich schon ein flotter spaziergang für 30 min. am tag, um bessere blutzuckerwerte zu bekommen.

    alles gute, das wird schon! *daumen drück* :*

  4. Abraxandria

    Abraxandria schrieb am 2. Dezember 2017 um 01:42

    @Claudy:
    Danke für Dein Mitgefühl, Du Liebe! :hearts: Deine Worte tun gut!
    Ja, zum Glück reichen 30 Minuten flott spazieren. und auch 5 mal die Woche, muss man also nicht täglich.
    Ich bin ja auch nicht wirklich ein Sportfan. Da bin ich sehr glücklich, dass ich spazieren gehen darf. :grin: Zumindest für den Anfang. Allein das muss man erstmal durchhalten! Ähm… :aeh:
    Die Ernährung ist gar nicht so schlimm, der Hunger ist gemein. Habe das Gefühl, nie satt zu sein. Ich bin daran gewöhnt so viele Kohlenhydrate zu essen und nun soll ich sie abzählen. Uff. Mein Glaube ist ja, mich machen nur Kohlenhydrate satt. :cry: Ich hoffe, ich mache bald neue Erfahrungen.
    Ein guter Tipp ist es sich vegan zu ernähren. Bin ja eh schon fast Vegetarier, da ich nicht gerne Tiere essen mag. Vegan gefällt mir. Aber ich brauche noch einige meiner Milchprodukte. ;) Also, wird vegan gekocht. Und oft gibt es Milchprodukte nur zum Müsli. Da bin ich also schon halb dabei. Will auch nicht so streng mit mir sein.
    Ich wünsche Dir, dass Du von dieser Krankheit verschont bleibst! :flower:
    Alles Gute Dir und liebe Grüße!

  5. Claudy

    Claudy schrieb am 2. Dezember 2017 um 13:51

    ich empfinde das genauso, ich brauche kohlenhydrate! wenn ich die weglasse, lechzt mein körper regelrecht danach. wenn man den ernährungswissenschaftlern glauben darf, sollte sich das hungergefühl aber nach wenigen wochen verringern. nur das muss man ja erstmal schaffen und durchhalten ;) aber daran gewöhnst du dich bestimmt, du hast ja eine gute motivation, nämlich wieder gute werte zu kriegen :) halte durch, lass dir aber nicht alle freude am essen nehmen, ein wenig genießen muss man auch mal :cat: liebe grüße und schönes wochenende!

  6. Karo Kafka

    Karo Kafka schrieb am 4. Dezember 2017 um 20:22

    Heftige Diagnose! Die würde mir auch ein wenig den Boden unter den Füßen wegziehen. Aber ich finde es super, dass du dich damit beschäftigst und das nicht weg ignorierst bis es zu Schlimmeren kommen können. Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen bei der Ernährungsumstellung. Ich bastle gerade selbst ein wenig an meiner und kann das Hungergefühl gut nachvollziehen. Muss sich der Körper wohl erst drangewöhnen. Lass‘ dich nicht unterkriegen! :hearts:

  7. Abraxandria

    Abraxandria schrieb am 5. Dezember 2017 um 16:20

    @Claudy:
    Ach ja, die lieben Kohlenhydrate, seufz. Tut gut, dass Du mich da verstehst!
    Das mit dem verringerten Hungergefühl, davon merke ich nichts, lach. :D Warte gerne ab… hihi, bleibt mir eh nichts anderes übrig. Ja, motiviert bin ich sehr! Ich finde es toll, dass die Blutwerte in meiner Hand liegen und ich sie beeinflussen kann! !!! Das gibt einem das Gefühl, seiner Krankheit nicht ausgeliefert zu sein. Das ist wichtig. Und der Nebeneffekt, das Abnehmen, ist schon toll! :cheerleader: Das motiviert besonders.

    @Karo:
    Danke für Deine lieben und aufbauenden Worte und Dein Mitgefühl! :flower:
    Ich wünsche auch Dir alles Gute für Deine Ernährungsumstellung! Gutes Gelingen und viel Motivation! Und ein gutes Sättigungsgefühl! :love:

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