Am Fensterputzen

Wenn ich mich richtig erinnere, hat meine bis ins hohe Alter rüstige Oma immer Zeitungspapier zum streifenfreien Abtrocknen genommen. Ich knülle also den Kulturteil der «taz» von gestern zusammen und reibe die Außenseiten mit einem Eminem-Interview trocken, zur Strafe, weil der kleine Mann immer seine Freundinnen verkloppt. Man sollte Künstler, von denen man weiß, dass sie Frauen schlagen, überhaupt nicht mehr unterstützen. Meine letzte James-Brown-Platte habe ich darum auch geklaut, damit der Godfather ja keinen müden Cent davon sieht, und einen Picasso kaufe ich mir gar nicht erst.

(Jenni Zylka: 1000 neue Dinge, die man bei Schwerelosigkeit tun kann)

Nun, da weiß ich gar nicht, welchen Tipp ich zuerst beherzigen sollte, den Putz-Trick oder den Tipp, seine Platten in Zukunft besser zu klauen, um sicher zu gehen auch moralisch zu handeln…

Tor zur Welt

Tor zur Welt

Ein kleines Stück Mittelmeer-Atmosphäre in mitten der Altstadt, auch ein Stück Mittelalter… , hmmm, schön! Strahlt solche Ruhe aus, so friedlich und sonnig… .

Plattensammlung

Da hab ich mal meine letzten Singles rausgewühlt, zusammengepackt und eingerahmt. Und ihnen endlich mal wieder gebührenden Respekt erwiesen. Jetzt brauch ich noch nen schönes Plätzchen, so zum Angeben vor Freunden: schau mal , was ich (noch) hab… . Fein, fein. Davon, dass die in meinem Regal rumlagen und ein Schattendasein fristeten, davon hatte ja nun auch niemand was.
Die gute alte Musik meiner Jugend! (Nun, so alt bin ich ja noch gar nicht… , doch wer erinnert sich nicht gern an wilde 70er und 80er Zeiten?!)

Waschanlagen-Tape

Das beste am Durch-die-Waschanlage-Fahren ist nämlich die Musik: Ich habe eigens aufgenommene Waschanlagen-Tapes, denn die Aufgabe, eine Kassette zusammenzustellen, bei der alle Songs zu psychedelisch-bunten, schweren Riesenborsten und plätscherndem Industrie-Sound passen, hat mich einfach gereizt. Vor allem müssen die Songs relativ kurz sein, sonst kann man nur einen hören, weil man sich zum Beispiel nur das billigste aller Programme leisten kann…

(Jenni Zylka: 1000 neue Dinge, die man bei Schwerelosigkeit tun kann)

Jep, da fühl ich mich doch mal verstanden und wiedergefunden. Endlich mal ein Wesen, daß die Kunst des Tape-Erstellens zu schätzen weiss… :
die Mühe, sich stundenlang vor die Anlage zu hocken, endlich etwas passendes voller Stolz gefunden zu haben, um dann jeden dritten bis vierten Fund zu verwerfen; die Freude beim Wühlen in den eigenen Plattenschätzen; die blanke Euphorie anhand dessen; und dann endlich das gelungene und mehrfach geprüfte Werk in Aktion, für diese Aktion ganz speziell hergestellt; purer Genuss!

Charles Dubois

Das Wichtigste ist: Wir müssen jederzeit bereit sein, das, was wir sind, aufzugeben für das, was wir sein könnten.

(Charles Dubois)

Wenn ich mich doch nur daran halten könnte…

Der Sommer kommt

Da war er, der Strahl Sonne, schon gestern blickte er durch. Kommt der Sommer zurück?

Ich für meine Fälle trete in den Anti-Herbst-Streik.
Ich prangere das an…

„Es hat aufgehört zu regnen
Die Welt ist wieder da
Die Wolken ziehn – Die Luft ist klar
Ein Vogel singt – Ein neuer Mond
Die erste Grille – Der Sommer kommt

(Rio – (kuss kuss kuss))

1000 neue Dinge, die man bei Schwerelosigkeit tun kann von Jenni Zylka

1000 neue Dinge, die man bei Schwerelosigkeit tun kann von Jenni Zylka.

Wir hatten uns am Abend vorher bei einer Privatparty in Friedrichshain kennen gelernt, ich gehe manchmal einfach hinter angetrunkenen Menschengruppen her, die nach Fete aussehen, und bin auf diese Art schon in den lustigsten Hinterhauswohnungen gelandet. Man muss sich nur im richtigen Augenblick in das Gespräch einschalten. Meistens glaubt dann jeder, man kenne einen der Beteiligten. Auf dem Fest selbst begegnet man eventuellen fragenden Blicken mit einem „Christian/ Markus/Klaus/Stefan hat mich eingeladen!“, und normalerweise sind alle zu lieb, um einen wieder rauszuschmeißen.
(Jenni Zylka „1000 neue Dinge, die man bei Schwerelosigkeit tun kann“)

Wer Sex and the City und Bridget Jones mag, wird auch dieses Buch lieben. Es ist sozusagen die deutsche Version. Und wie ich finde, dadurch viel ansprechender.
Judith, die Protagonistin, ist 35 Jahre alt, Single und lebt in Berlin. Sie arbeitet nachts bei einem TV-Hausfrauenmagazin, trinkt Cocktails, hängt in der Kneipe ihrer Freundin rum oder ist on tour mit ihrem schwulen Freund. Ansonsten sammelt sie Schallplatten und Filmszenen mit Kontaktlinsen und Brillen und ihre Lieblingsradiosendung heißt „Musik für Nörgler“.

3 von 5 Sterne